
27 Wege · 396 km Wegenetz in dieser Region
Wenn im August die Heide blüht, ist die Lüneburger Heide für ein paar Wochen einer der meistfotografierten Orte Norddeutschlands. Und dann gibt es die anderen elf Monate, in denen kaum jemand hier ist. Ich war zu beiden Zeiten unterwegs – und ehrlich gesagt sind mir die anderen elf Monate lieber.
Was die Heide eigentlich ist
Ein Missverständnis vorweg: Die Heide ist keine unberührte Natur. Sie ist das genaue Gegenteil – eine Kulturlandschaft, die erst durch Menschen entstanden ist. Jahrhundertelange Rodung, Beweidung und Brand haben den Wald von den sandigen Böden verdrängt, und darauf setzte sich durch, was mit magerem Untergrund zurechtkommt: die Besenheide, Calluna vulgaris. In feuchteren Senken übernimmt die Glockenheide.
Ohne Pflege wäre die Heide binnen weniger Jahrzehnte wieder Wald. Dass sie noch da ist, liegt an den Heidschnucken, die den Aufwuchs kurz halten – und an einer Entscheidung von 1906, als der Egestorfer Pastor Wilhelm Bode den Totengrund kaufte, um ihn vor dem Umbruch zu bewahren. 1909 gründete er den Verein Naturschutzpark, 1922 wurden 21.000 Hektar unter Schutz gestellt. Heute sind es 23.440.
Das Zentrum
Der Wilseder Berg ist mit 169 Metern die höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene – eine Endmoräne aus der Saale-Eiszeit. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis Hamburg, gut vierzig Kilometer entfernt. Carl Friedrich Gauß hat hier bei der Vermessung des Königreichs Hannover einen Messpunkt gesetzt.
Rundherum liegt das autofreie Kerngebiet. Wilsede erreicht man nur zu Fuß, mit dem Rad oder in der Kutsche – ein Dorf aus reetgedeckten Höfen, umgeben von bronzezeitlichen Hügelgräbern und alten Findlingsmauern. Der Totengrund daneben ist ein Talkessel mit einer Heidedichte, die es sonst kaum gibt.
Die Heideblüte – und wie man ihr ausweicht
Die Blüte dauert etwa vier Wochen, meist von Anfang August bis Anfang September. In dieser Zeit färbt sich die Landschaft violett, und die bekannten Orte sind voll. Wer sie trotzdem erleben will, ohne in einer Schlange zu laufen, hat zwei Möglichkeiten: früh aufstehen oder in die Fläche gehen.
Vor acht Uhr ist selbst der Totengrund leer. Und Gebiete wie die Weseler Heide, die Behringer Heide oder das Radenbachtal sind auch mittags im August still, weil kaum jemand weiß, dass es sie gibt. Auf welchen meiner Touren das gilt, steht jeweils dabei.
Die anderen elf Monate
Im Winter ist die Heide kahl, braun und weit. Der Horizont ist offen, der Himmel steht tief, und man geht zwanzig Kilometer, ohne jemandem zu begegnen. Für mich ist das die eigentliche Heide. Wer sie nur violett kennt, hat den größeren Teil verpasst.
Der Heidschnuckenweg
223 Kilometer in 13 Etappen, von Hamburg-Fischbek bis Celle. Mehrfach zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt und das Rückgrat der Region. Zwei Etappen habe ich als Video dabei – die weiteren folgen.
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Meine Touren: Lüneburger Heide
After-Work-Hike zum Brunsberg
Heide-Panorama-Weg entlang der Luhe
Heideschleife Radenbachtal
Heideschleife Töps: Weseler Heide
Heideschleife Tütsberg: Suhorn & Behringer Heide
Osterheide & Pietzmoor im Winter
Rund um Amelinghausen: Lopausee & Kronsheide
Totengrund & Wilsede ab Döhle
Von Undeloh nach Wilsede im Winter
Winterwanderung von Handeloh nach Buchholz
Zwischen Handeloh und UndelohUnterkunftsempfehlungen
[Noch zu ergänzen]